Aber wie verhält es sich mit den Lebewesen? Können ein Vogel und die Mechanik seines Fliegens auch einen Entwurf haben? Bevor wir dies beantworten, kehren wir kurz zurück zu unserer Darlegung am Beispiel mit dem Auto. Das Ziel des Vogels ist zu fliegen. Dazu dienen die hohlen, leichtgewichtigen Knochen und die starken Brustmuskeln, die diese Knochen bewegen, zusammen mit Federn, die das Schweben in der Luft ermöglichen. Die Flügel sind windschnittig geformt, und der Stoffwechsel ist auf den hohen Energieverbrauch des Vogels abgestimmt. Es ist klar, dass jeder Vogel Ergebnis einer bestimmten Gestaltung ist. Lassen wir den Vogel beiseite und untersuchen andere Lebewesen, so stoßen wir auf die gleiche Wahrheit. Bei jedem Lebewesen finden wir Beispiele bestens geplanten Designs. Folgen wir weiter dieser Spur, so entdecken wir, dass wir selber auch Teil dieses Designs sind. Ihre Hände, die dieses Buch halten, sind so funktionell, wie Roboterhände niemals sein können. Und Ihre Augen, die diese Zeilen lesen, ermöglichen Ihnen eine Sicht mit einer solchen Bildschärfe, wie sie die beste Kamera der Welt nicht erreicht.
So kommt man zu der grundlegenden Erkenntnis: Alle Lebewesen in der Natur, auch wir Menschen, sind Teil eines Göttlichen Plans. Das wiederum beweist die Existenz eines Schöpfers, der alle Lebewesen nach Belieben geformt, die gesamte Schöpfung erhält und vollkommene Macht und Weisheit besitzt.
Diese Wahrheit wird jedoch von der Evolutionstheorie, die in der Mitte des 19. Jahrhundert aufkam, verworfen. Die Theorie, dargelegt in Charles Darwins Buch Der Urprung der Arten, behauptet, dass alle Lebewesen sich entlang einer Kette von Zufälligkeiten und Mutationen entwickelt haben.
Entsprechend der grundlegenden Prämisse dieser Theorie erfahren alle Lebensformen geringfügige zufällige Veränderungen. Wird durch die zufälligen Veränderungen eine Lebensform verbessert, gewinnt sie damit vor den anderen einen Vorteil, der wiederum auf die folgenden Generationen übertragen wird.
Dieses Szenario ging für etwa 140 Jahre als überzeugend und äußerst wissenschaftlich durch. Aber wenn es unter einem größeren Mikroskop betrachtet und an den vorliegenden Design-Beispielen gemessen wird, ergibt Darwins Theorie ein ganz anderes Bild, ist die darwinistische Erklärung des Lebens nur noch ein Widerspruch in sich selbst, ein Teufelskreis.
Konzentrieren wir uns zuerst auf die zufälligen Veränderungen. Darwin konnte keine Begriffsdefinition dieses Konzepts liefern, da man zu seiner Zeit noch nichts über die Vererbungslehre wusste. Die ihm folgenden Evolutionisten stellten die These von der “Mutation” auf. Mutation bedeutet beliebige Trennung, Verlagerung oder Veränderung von Genen in Lebewesen. Was aber am wichtigsten ist: In der Geschichte konnte keine einzige Mutation nachgewiesen werden, die die genetische Information eines Lebewesens verbessert hätte. Fast alle bekannten Fälle von Mutation behindern oder schädigen das betroffene Lebewesen, und die übrigen haben keine Folgen. So ist die Idee, dass ein Lebewesen sich durch Mutation verbessern könnte, das gleiche wie in eine Menschenmenge zu schießen in der Hoffnung, dass die Verletzungen gesündere, verbesserte Individuen hervorbringen würden. Das ist natürlich Unsinn.
Aber auch wenn man – allen wissenschaftlichen Tatsachen widersprechend – annehmen würde, dass eine bestimmte Mutation den Zustand eines Lebewesens wirklich verbessern könnte, kann der Darwinismus trotzdem kaum vor dem unvermeidlichen Zusammenbruch bewahrt werden. Der Grund dafür ist eine Konzeption namens “irreduzible Komplexität”. Diese Konzeption bedeutet, dass der Großteil der Systeme und Organe lebender Körper im Zusammenspiel unterschiedlicher, unabhängiger Teile funktioniert, wobei schon der Ausfall oder die Störung nur eines dieser Teile das gesamte System oder Organ unbrauchbar machen würde.
Das Ohr zum Beispiel vernimmt Klänge nur durch eine präzise abgestimmte Abfolge kleinerer Organe. Entferne oder verändere auch nur eines, wie einen Knochen aus dem Mittelohr, und Hören welcher Art auch immer wäre unmöglich. Damit das Ohr hören kann, muss eine Vielzahl von Teilen – wie der äußere Gehörgang, das Trommelfell, die Gehörknöchelchen im Mittelohr, nämlich Hammer, Amboss und Steigbügel, die mit Flüssigkeit gefüllte Schnecke, die Rezeptoren oder Haarzellen mit den Stereozilia, mit denen die Zellen die Schwingungen aufnehmen, die Nerven, die zum Gehirn führen und zum Hörzentrum – harmonisch zusammenarbeiten.
Daher zerstört das Konzept der irreduziblen Komplexität die Evolutionstheorie in ihren Grundfesten. Interessanterweise machte sich auch Darwin Gedanken über diese trüben Aussichten. Er schrieb in Der Urpsprung der Arten:
Falls es einen Beweis dafür gäbe, dass nur ein komplexes Organ existiert, welches möglicherweise nicht durch zahlreiche, kleine, aufeinanderfolgende Modifikationen entstand, würde meine Theorie vollständig zusammenbrechen. 1
Darwin konnte auf dem niedrigen Forschungsstand des 19. Jahrhunderts kaum – oder hätte es auch nicht gewollt – solch ein Organ entdecken. Die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts jedoch untersuchte die Natur im kleinsten Detail und bewies, dass die Mehrheit lebender Strukturen irreduzible Komplexität verkörpert. So ist Darwins Theorie “vollständig” zusammengebrochen, genau wie er es befürchtete.
Im vorliegenden Buch untersuchen wir verschiedene Beispiele von Systemen in Lebewesen, die Darwins Theorie vernichten. Solche Mechanismen können überall entdeckt werden, von den Flügeln eines Vogels bis hin zum Schädel einer Fledermaus. Indem wir diese Beispiele untersuchen, verstehen wir nicht nur den fatalen Irrtum des Darwinismus, sondern bezeugen auch die Größe der Weisheit, mit der diese Systeme geschaffen wurden.
So werden wir den unstrittigen Beweis für Gottes vollkommene Schöpfung erkennen. Gottes Allmacht und Kunstfertigkeit der fehlerlosen Schöpfung sind gleichermaßen in einer Sure des Quran wie folgt offenbart:
Er ist Gott, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise. (Sure 59:24 – al-Haschr)
Das Auge eines Hummers ist aus mehreren Flächen zusammengesetzt, die den jeweiligen Endpunkt winziger flacher Röhren bilden. Die Seitenflächen dieser flachen Röhren funktionieren wie Spiegel für das eindringende Licht. Dieses Licht wird anschließend fehlerfrei übertragen auf die Retina, wobei die “Spiegel” exakt so angeordnet sind, dass sie das Licht auf einen einzigen Punkt fokussieren. |
Im Quran steht geschrieben:
Sein Befehl, wenn Er ein Ding will, ist nur, dass Er zu ihm spricht: "Sei!", und es ist. (Sure 36:82 – Ya Sin)Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde, und wenn Er eine Sache beschließt, spricht Er nur "Sei" und sie ist. (Sure 2:117 – al-Baqara)